Anlässlich der Ankündigung der Massenentlassung bei Sauer & Sohn erklärt der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Oliver Fink:
"Die anstehenden Kündigungen bei Sauer & Sohn sind in jeder Hinsicht unverantwortlich. Jetzt sollen zu Zeiten der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte rund 200 Mitarbeiter entlassen werden, obwohl – so berichten es die Mitarbeiter – gleichzeitig Wochenendschichten angesetzt sind. Die Eigentümer versündigen sich dabei gleich dreifach:
Erstens stürzen sie in dieser schwierigen Zeit für eine große Zahl von Mitarbeitern und deren Familien in massive finanzielle Probleme. Dabei wurden gleichzeitig Angebote der Mitarbeiter ausgeschlagen, die vorgeblichen Probleme des Unternehmens zu überbrücken. So geht ein ordentlicher Kaufmann mit seinen Mitarbeitern nicht um.
Zweitens wird das Unternehmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung für den langjährigen Standort Eckernförde in keiner Weise gerecht. Die Firma Sauer & Sohn ist in der Region verwurzelt, war lange Zeit ein Aushängeschild für unsere Stadt. So geht ein ordentlicher Kaufmann nicht mit seinem direkten Umfeld um.
Drittens sind die offenkundigen Bestrebungen, das Unternehmen am Standort Eckernförde auszuschlachten und dann herunter zu fahren, bisher nur von Raubritter-Managern aus der Großindustrie bekannt. Mittelständische Unternehmen haben sich diesem unseligen Vorgehen bisher aus guten Gründen immer verschlossen. Bei Sauer & Sohn aber wird die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft nachhaltig beschädigt. Ein solches Gebaren ist dem ordentlichen Kaufmann fremd.
Gerade weil wir uns als Liberale für die soziale Marktwirtschaft einsetzen, kritisieren wir auch solche Auswüchse und den Missbrauch der unternehmerischen Freiheit. Das Wort 'Anstand' scheint für die Eigentümer von Sauer & Sohn keinen eigenen Wert zu besitzen."

