Die Anforderungen der Schulgesetzgebung erfordern Investitionen in Steine. Das ist soweit unstrittig, wenn auch ärgerlich, weil das Geld sicherlich besser angelegt wäre, würde man es direkt in die Verbesserung von Unterricht investieren. So hat die Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde für den Standort Nord, also das Gelände der ehemaligen Gudewerdtschule, den Bau einer Mensa sowie den Umbau von Unterrichtsräumen im so genannten "Stapelfeldbau" beantragt.
Hierfür waren bereits Mittel im 1. Nachtragshaushalt der Stadt Eckernförde eingestellt, denen unter anderen CDU und FDP so nicht zustimmen wollten. Die CDU wollte die Kosten generell drücken, meine Fraktion sah sich ohne genaue Angaben zu den geplanten Baumaßnahmen nicht in der Lage, millionenschweren Ausgaben zuzustimmen. Insofern wurde vereinbart, diese Mittel aus dem 1. Nachtrag zu streichen und nach der Sommerpause mit weiteren Informationen neu zu entscheiden.
Zu diesem Zweck fand am 15. September eine gemeinsame Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen mit dem Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport in der Aula auf dem Schulgelände statt. Leider waren auch dieses Mal die Daten nicht ausreichend, um verantwortungsvoll über das Geld der Eckernförder Bürger zu entscheiden. Die von der Schule vorgelegten Unterlagen waren lieblos und inhaltsfrei und standen erst als Tischvorlage in der Sitzung zur Verfügung.
Ohne Planzeichnungen für den Umbau der Unterrichtsräume sowie deren Nutzung im Rahmen des pädagogischen Konzepts ließ sich überhaupt nicht entscheiden, ob das Volumen der Umbaumaßnahmen im "Stapelfeldbau" so angemessen ist. Ebenfalls wurde überhaupt nicht deutlich, wie dieser Umbau die Unterrichtssituation in den anderen Gebäuden auf dem Schulgelände positiv beeinflussen sollte.
Die Beschlusslage für den Neubau der Mensa war ebenso dürftig. Die Verwaltung konnte nicht darlegen, wie sie zur Auslegung für 90 Schüler gelangt war, nachdem der letzte Entwurf 110 Schüler vorsah. Von welchen Annahmen geht die Verwaltung dabei aus? Nimmt man die Besuchszahlen der neuen Mensa am Standort Süd als Bezugsgröße, dann würden vermutlich 40 Sitzplätze ausreichen. Bezieht man sich auf die Fritz-Reuter-Schule, würden rund 130 Plätze benötigt. Dann wären beide Lösungen zu klein, bei einer Essensausgabe in zwei Schichten würden 75 Plätze vollkommen ausreichen.
Die Schulleitung begründete dann die Größe der Mensa mit der Erfordernis, dass die Lehrer aller drei Schulstandorte einen Raum benötigten, um sich gemeinsam zu treffen. Nichts spricht dagegen, eine Mensa als Ersatz für die Aula zu verwenden, wenn sie groß genug ist. Viel spricht allerdings dagegen, sie nur deshalb größer zu bauen. Denn bei angespannter Haushaltslage ist die Stadt gezwungen, das Geld beisammen zu halten, weil noch an mindestens zwei weiteren Schulen in der nächsten Zeit Mensen zu errichten oder zu erweitern sein werden.
Besonders peinlich wurde es, als der geladene Planer auf Nachfrage eingestehen musste, dass man sich bisher über den Aspekt der Barrierefreiheit noch keine ernsthaften Gedanken gemacht hatte.
Meine Fraktion sieht durchaus die Notwendigkeit, am Standort Nord der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde Geld in die Hand zu nehmen, um den Anforderungen des Schulgesetzes zu genügen. Bevor wir allerdings über eine Summe von knapp 2,4 Millionen Euro entscheiden, benötigen wir auch die nötigen Informationen, die einer solchen Ausgabe angemessen sind. Anhand der vorgelegten Unterlagen würde ein Privatmensch nicht einmal über den Bau eines Carports entscheiden. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld der Eckernförder Bürger lässt so nur eine Entscheidung zu, nämlich auf dieser Basis die Freigabe der Mittel abzulehnen – so unbefriedigend das für die betroffenen Schüler, Lehrer und Eltern ist.


