Nov 292007
 

Ich finde Gewaltspiele eklig, sie reizen mich kein bisschen. Ich kann auch nicht ausschließen, dass sie Jugendliche negativ beeinflussen. Was ich aber viel ekliger und abstoßender finde, ist, wie Gutmenschen wieder einmal in bevormundender Weise anderen Menschen vorschreiben wollen, wie sie gefälligst ihr Leben zu führen haben. Über Stefan Niggemeier stieß ich heute auf folgendes YouTube-Video:

Nun kann man sich ja fragen, ob sich die Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern und deren manipulativer Berichterstattung auf so etwas Abstoßendes wie die auch in diesem Film gezeigten Spiele stützen muss. Und in der Tat, dass muss sie. Weil hier exemplarisch an einem konkreten Beispiel aufgezeigt wird, wie die Mechanismen funktionieren, mit denen wir alle auch in der Debatte um die innere Sicherheit „informiert“ werden. Da werden Tatsachen verfälscht und vermengt, Behauptungen erhoben, für die es keine Belege gibt – und das alles nur, um uns in eine bestimmte Richtung zu drängen. Und dabei wird immer verschwiegen, dass es nicht um einen Mangel an staatlichen Eingriffsmöglichkeiten und Gesetzen geht, sondern dass der Staat schon auf Basis der bestehenden Gesetze seine Möglichkeiten nicht ausschöpft.

Ob die Angst vor dem Terror oder vor der Verwahrlosung unserer Kinder geschürt wird, das Ziel ist immer dasselbe: Angst essen Denken auf. Der Wahnsinn hat Methode, auch wenn er in diesem Fall Menschen mit einem fragwürdigen Geschmack trifft. Grundsätzlich gilt, dass derjenige, der Verbote aussprechen möchte, Beweise für die unabweisbare Notwendigkeit der Einschränkung der entsprechenden Freiheiten bringen muss. Da reichen Phrasen, Phantastereien, betrügerische Verfälschungen und konsturierte Horror-Szenarien wie im konkreten Fall nicht aus. Egal, ob einem das, um das es da geht, persönlich gefällt oder nicht.

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