Dez 302007
 

Eigentlich hatte ich vor, auch in diesem Jahr noch einen Jahresrückblick aus meiner Sicht zu produzieren. Doch das werde ich wohl nicht mehr schaffen, jedenfalls nicht mehr im Jahre 2007. Aber ein Ereignis hängt mir als Vater von 3 Töchtern aus dem abgelaufenen Jahr immer noch nach: das Siegerfoto des Jahres 2007 bei Unicef.

Unicef stellte das Siegerfoto am 17.12. vor. Es zeigt einen 40 Jahre alten Afghanen bei seiner Hochzeit mit einem elfjährigen Mädchen. Auch wenn die Verheiratung von Kindern unter 16 Jahren in dem Land am Hindukusch, wo unsere Freiheit ja verteidigt werden soll, illegal ist, so werden diese Zwangshochzeiten doch regelmäßig praktiziert. Ein entsprechendes Unrechtsbewusstsein ist nicht vorhanden, Frauen rangieren offenbar auf derselben Rangstufe wie Haustiere. Mag sein, dass die Vertreibung der Taliban die Situation von Frauen und Mädchen im Lande verbessert hat, dass auch der Einsatz der Bundeswehr seinen Teil dazu beigetragen hat. Bis Afghanistan allerdings in der Welt der zivilisierten Staaten angekommen sein wird, ist noch ein weiter Weg zurück zu legen.

Was war das doch für eine Aufregung, als in Dänemark Karrikaturen über den Islam veröffentlicht wurden. Sogar Fatwas gegen Verleger und Zeichner wurden ausgesprochen. Doch die höchste Form der Karrikatur ist es eigentlich, dass ein vierzigjähriger Pädophiler seine Hochzeit in einem angeblich so streng islamischen Land ungestraft öffentlich zelebrieren darf, ohne dass irgendein Würdenträger daran etwas zu finden scheint; geschweige denn für das, was eigentlich eine schlimme Verhöhnung des Islam sein müsste, klare Worte findet – womöglich gar ebenfalls eine Fatwa ausspricht.

Ich hätte eigentlich erwartet, dass alle diejenigen, die sich öffentlich über die Karrikaturen erregt haben, hierzu ebenso deutlich Stellung beziehen. Aber anscheinend ist der sexuelle Missbrauch von Kindern in den Augen der angeblich stets so ungerecht Beurteilten ja auch einfach weitaus weniger schlimm, als der schlichte Gebrauch von Meinungs- und Pressefreiheit.

Kommentare sind derzeit nicht möglich.