Dez 302008
 

Seit meiner Wahl zum Vorsitzenden des FDP-Ortsverbandes Eckernförde haben mich gelegentlich mir unbekannte Menschen angerufen, um bestimmte Themen mit mir zu besprechen. Zugenommen haben diese Anrufe, seitdem ich nach der letzten Kommunalwahl im Mai dieses Jahres zum Fraktionsvorsitzenden der Liberalen in der Eckernförder Ratsversammlung gewählt wurde.

Es ist nun wirklich nicht so, dass unser Anschluss dauerbesetzt wäre. Und es ist ebenfalls nicht so, dass dort nicht durchaus auch schräge Typen mit merkwürdigen Anliegen anrufen. Bis heute allerdings hatten alle Anrufer einen ernsthaften Anlass, auch wenn er sich mir nicht immer sofort erschlossen hat. Der Grund, weshalb man als Kommunalpolitiker seine Rufnummer öffentlich macht, ist es ja auch vor allem, für die Mitbürger ansprechbar und erreichbar zu sein.

Heute allerdings hatte ich einen Anruf, der vor Witzigkeit nur so strotzte: Eine – naja, sagen wir mal – männliche Stimme, fragte mich, was denn meine Stimme kosten würde, wenn man in der Ratsversammlung eine Entscheidung im eigenen Sinne benötige. Bei „den Sozen“ hätte er es auch versucht, aber die sein für so etwas nicht zugänglich. Die FDP allerdings sei bekannt dafür, dass sie käuflich sei.

Man muss schon intellektuell ziemlich eingeschränkt sein, um auf derartig niedrigem Niveau die Auseinandersetzung mit dem politisch Andersdenkenden über Schubladendenken und dumpfe Plattitüden zu pflegen. Ich vermute, dass der Anrufer ohne den Schutz der Rufnummerunterdrückung in Diskussionen nicht ein Wort herausbekommt oder argumentativ ziemlich hilflos ist. Das macht ja nichts, aber mit ein bisschen mehr Esprit kann man bei entsprechender Vorbereitung ja auch etwas Anspruchsvolleres oder wirklich Provozierendes aus solch einem Anruf machen. (Oder man schreibt einfach einen Blog, wenn man im persönlichen Kontakt übermäßig gehemmt ist.)

All denjenigen bemitleidenswerten Zeitgenossen, denen bei derart plumpem und uninspiriertem Humor ebenfalls einer abgeht, stelle ich für diesen Zweck gern meine Rufnummer über das Impressum zur Verfügung. Damit die geistig Armen auch selig bleiben. Vielleicht findet sich ja sogar jemand, der sich einigermaßen anspruchsvoll über mich und meine politische Einstellung lustig machen kann. Auch die- oder derjenige ist herzlich eingeladen. Vielleicht kann ich dann sogar mitlachen…

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